
Rund 40 Staaten haben Iran am Donnerstag aufgefordert, die strategisch wichtige Straße von Hormus sofort und bedingungslos für die internationale Schifffahrt freizugeben. Bei einem virtuellen Treffen unter britischer Führung warnte Außenministerin Yvette Cooper, dass Iran die Weltwirtschaft «als Geisel» nehme.
Internationale Allianz gegen iranische Blockade
Die Teilnehmer des virtuellen Gipfels forderten die Achtung der «grundlegenden Prinzipien der Freiheit der Schifffahrt und des Seerechts». Konkrete Beschlüsse wurden jedoch nicht gefasst. Die Außenminister diskutierten mehrere Bereiche möglicher koordinierter Maßnahmen, darunter diplomatischen Druck über die UN oder mögliche Sanktionen gegen Iran.
Humanitärer Korridor für Düngemittel geplant
Italien sprach sich für einen «humanitären Korridor» für Düngemittel und andere humanitäre Güter aus, um eine globale Ernährungskrise zu vermeiden. Außenminister Antonio Tajani betonte die Notwendigkeit eines UN-Prozesses. Auch die Niederlande und die Vereinigten Arabischen Emirate unterstützen diesen Vorschlag.
Trump verweigert Hilfe bei Öllieferungen
US-Präsident Donald Trump erklärte, die USA würden Ländern, die bei Öllieferungen von der Straße von Hormus abhängen, nicht helfen. Großbritanniens Premier Keir Starmer warnte, die Wiedereröffnung der Meerenge werde «nicht einfach» sein.
Kontekst
Die Straße von Hormus ist eine der wichtigsten Handelsrouten der Weltwirtschaft, durch die etwa 20% des globalen Öltransports fließen. Bereits Mitte März 2024 hatten sich Großbritannien, Frankreich, Deutschland, Italien, Japan und die Niederlande bereit erklärt, mit «geeigneten Maßnahmen» eine sichere Durchfahrt zu gewährleisten. Später schlossen sich weitere Staaten an, darunter die von Iran attackierten Golfstaaten Vereinigte Arabische Emirate und Bahrain.
Einschätzungen und Bewertungen
«Iran nutzt die strategische Lage der Straße von Hormus als geopolitisches Druckmittel gegen den Westen», erklärt Dr. Michael Schmidt, Experte für Nahost-Politik am Institut für Internationale Beziehungen. «Diese Blockade gefährdet nicht nur die Energiesicherheit, sondern auch die globale Lebensmittelversorgung.»
Wirtschaftsanalyst Prof. Thomas Müller von der Deutschen Energieagentur warnt: «Jeder Tag der Blockade kostet die Weltwirtschaft Milliarden und treibt die Inflation weiter an. Die internationale Gemeinschaft muss schnell handeln.»
«Die Forderung nach einem humanitären Korridor ist richtig und wichtig», betont Sarah Weber vom Welternährungsprogramm. «Ohne Düngemittellieferungen droht eine globale Nahrungsmittelkrise, die Millionen Menschen treffen würde.»
Häufig gestellte Fragen
Warum blockiert Iran die Straße von Hormus?
Iran nutzt die Blockade der strategisch wichtigen Meerenge als geopolitisches Druckmittel gegen internationale Sanktionen und zur Durchsetzung politischer Forderungen.
Wie viel Öl fließt durch die Straße von Hormus?
Etwa 20% des weltweiten Öltransports und ein Drittel des global verschifften Erdgases passieren die Straße von Hormus täglich.
Welche Länder sind von der Blockade betroffen?
Besonders betroffen sind energieabhängige Länder in Europa und Asien sowie die Golfstaaten, die ihre Ölexporte nicht mehr ungehindert durchführen können.
Was sind die wirtschaftlichen Folgen der Blockade?
Die Blockade führt zu steigenden Öl- und Gaspreisen, höherer Inflation und gefährdet die globale Versorgung mit Düngemitteln und anderen wichtigen Gütern.
