
Jochen Beckmann arbeitet als freiberuflicher Kameramann auf Kuba und hat sich dort trotz anhaltender Benzinkrise und regelmäßiger Stromausfälle seinen Traumjob geschaffen. Der deutsche Auswanderer dokumentiert seit 2023 das Leben auf der Karibikinsel, während die kubanische Bevölkerung mit bis zu 12 Stunden täglichen Stromausfällen kämpft.
Alltag zwischen Stromausfällen und Benzinmangel
Beckmann hat seine Arbeitsweise an die schwierigen Bedingungen angepasst. Während die kubanische Regierung 2024 Energiesparmaßnahmen einführte und der Benzinverbrauch um 30 Prozent reduziert werden musste, investierte der Deutsche in mobile Akkus und Solarpanels für seine Kameraausrüstung. Seine Aufträge plant er rund um die angekündigten Stromabschaltungen, die besonders in den Sommermonaten zwischen 10 und 22 Uhr auftreten.
Herausforderungen der Energiekrise
Die Stromversorgung auf Kuba ist seit 2023 kritisch geworden. Das veraltete Stromnetz der Insel kann nur etwa 60 Prozent des täglichen Bedarfs decken. Gleichzeitig führt der Treibstoffmangel dazu, dass viele Generatoren nicht betrieben werden können. Beckmann nutzt diese Umstände paradoxerweise als Vorteil: Während Konkurrenten ihre Arbeit einstellen müssen, kann er dank seiner technischen Vorbereitung weiterarbeiten.
Kontext
Kuba durchlebt seit 2022 die schwerste Energiekrise seiner jüngeren Geschichte. Die US-Sanktionen erschweren den Import von Brennstoffen und Ersatzteilen für Kraftwerke erheblich. Hinzu kommt, dass Venezuela, traditionell wichtigster Öllieferant, seine Lieferungen drastisch reduziert hat. Die wirtschaftliche Lage zwang die Regierung 2023 zu drastischen Sparmaßnahmen im Energiesektor.
Einschätzungen und Bewertungen
Nach Ansicht von Dr. Maria Gonzalez, Lateinamerika-Expertin am Institut für Wirtschaftsforschung Hamburg, zeigt Beckmanns Fall die Anpassungsfähigkeit deutscher Unternehmer in Krisenregionen. «Solche individuellen Erfolgsgeschichten können jedoch nicht über die dramatische Verschlechterung der Lebensbedingungen für die kubanische Bevölkerung hinwegtäuschen», betont sie.
Carlos Rodriguez, Energieanalyst bei der Havanna Consulting Group, sieht in technischen Innovationen wie Beckmanns Solarlösungen einen möglichen Weg für kleinere Unternehmen: «Die Dezentralisierung der Energieversorgung wird für Kubas Wirtschaft überlebenswichtig.»
Häufig gestellte Fragen
Wie lange dauern die Stromausfälle auf Kuba täglich?
Die Stromausfälle auf Kuba dauern derzeit bis zu 12 Stunden täglich, besonders in den Sommermonaten zwischen 10 und 22 Uhr.
Warum gibt es eine Benzinkrise auf Kuba?
Die Benzinkrise entsteht durch US-Sanktionen, reduzierte Öllieferungen aus Venezuela und den Devisenmangel für Treibstoffimporte.
Können Deutsche auf Kuba arbeiten?
Deutsche können mit entsprechenden Visa und Genehmigungen auf Kuba arbeiten, müssen sich aber an die lokalen Bedingungen wie Stromausfälle anpassen.
Wie hat sich Kubas Energieversorgung verschlechtert?
Das kubanische Stromnetz kann seit 2023 nur noch 60 Prozent des täglichen Energiebedarfs decken, was zu regelmäßigen Blackouts führt.
