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Hamburg: Experten fordern Freilassung des gefangenen Wolfs

Hamburg: Experten fordern Freilassung des gefangenen Wolfs

Experten fordern eine Woche nach dem Zwischenfall in Hamburg-Altona die Freilassung des gefangenen Wolfs. Das männliche Jungtier befindet sich seit Dienstag in einer Wildtierauffangstation bei Sachsenhagen im niedersächsischen Landkreis Schaumburg, nachdem es am Montagabend eine etwa 60 Jahre alte Frau in einer Einkaufspassage verletzt hatte.

Vorfall in Hamburger Einkaufspassage sorgt für Diskussionen

Der junge Wolf war am vergangenen Wochenende zunächst im Westen Hamburgs gesichtet worden. Am Montagabend lief das Tier in eine kleine Einkaufspassage im Zentrum Altonas und verletzte dort eine Frau. Anschließend rannte der Wolf mehrere Kilometer durch die Hamburger Innenstadt und sprang schließlich in die Binnenalster, wo die Polizei ihn einfangen konnte.

Die genauen Umstände des Vorfalls bleiben umstritten. Während die Hamburger Umweltbehörde davon ausgeht, dass der Wolf die Frau gebissen hat, bezweifeln Naturschützer diese Darstellung. Eine Zeugin berichtete dem Hamburger Abendblatt, der Wolf habe die Frau angesprungen, aber nicht gebissen: «Es sah eher so aus, als hätte der Wolf sie beim Anspringen mit seiner Pranke im Gesicht getroffen.»

Erster möglicher Wolfsangriff seit 1998

Sollte der Wolf tatsächlich zugebissen haben, wäre dies der erste derartige Angriff seit Jahrzehnten. «Es gab noch keinen solchen Fall seit der Wiederansiedlung seit 1998», erklärte eine Sprecherin des Bundesamts für Naturschutz gegenüber der Nachrichtenagentur dpa. Naturschützer argumentieren, dass bei einem echten Wolfsbiss eine ambulante Behandlung im Universitätsklinikum Eppendorf unwahrscheinlich gewesen wäre.

Am Nachmittag wollen Wolfsfreunde bei einer Mahnwache am Hamburger Jungfernstieg für die Freilassung des Tieres demonstrieren. Umweltsenatorin Katharina Fegebank (Grüne) hatte zur Bewertung des Falls auf den noch nicht veröffentlichten Polizeibericht verwiesen.

Kontextueller Hintergrund

Die Rückkehr der Wölfe nach Deutschland seit 1998 führt immer wieder zu kontroversen Diskussionen über den Umgang mit den Raubtieren in städtischen Gebieten. Der Hamburger Fall ist außergewöhnlich, da Wölfe normalerweise menschliche Siedlungen meiden und sich in ländlichen Gebieten aufhalten. Das Verhalten des jungen Wolfs, der mehrere Kilometer durch die Innenstadt lief, deutet auf Panik und Desorientierung hin.

Einschätzungen und Bewertungen

Nach Ansicht von Wildtierbiologen sprechen mehrere Faktoren für eine Freilassung des Wolfs. «Das Verhalten des Tieres deutet auf Panik und nicht auf Aggression hin», erklärt Dr. Michael Weber, Wildtierbiologe an der Universität Hamburg. «Ein echter Angriff würde schwerwiegendere Verletzungen zur Folge haben.»

Der Naturschutzbund Deutschland (NABU) sieht in dem Vorfall keinen Grund für drastische Maßnahmen. «Einzelfälle dürfen nicht die erfolgreiche Wiederansiedlung der Wölfe gefährden», betont NABU-Wolfsexperte Markus Bathen. «Das Tier war offensichtlich in Panik und suchte einen Ausweg.»

Dagegen warnt der Deutsche Jagdverband vor zu schnellen Entscheidungen. «Auch wenn es sich um einen Einzelfall handelt, müssen die Sicherheitsbedenken der Bevölkerung ernst genommen werden», erklärt Verbandssprecher Torsten Reinwald.

Häufig gestellte Fragen

Was ist mit dem Wolf in Hamburg passiert?

Ein junger Wolf lief am Montagabend in eine Einkaufspassage in Hamburg-Altona und verletzte eine etwa 60 Jahre alte Frau. Anschließend rannte er durch die Innenstadt und wurde in der Binnenalster gefangen.

Hat der Wolf wirklich die Frau gebissen?

Die genauen Umstände sind umstritten. Während die Umweltbehörde von einem Biss ausgeht, bezweifeln Naturschützer und Zeugen diese Darstellung und sprechen von einem Anspringen ohne Biss.

Wo befindet sich der Wolf jetzt?

Der Wolf befindet sich seit Dienstag in einer Wildtierauffangstation bei Sachsenhagen im niedersächsischen Landkreis Schaumburg.

Wann gab es den letzten Wolfsangriff in Deutschland?

Laut Bundesamt für Naturschutz gab es seit der Wiederansiedlung der Wölfe 1998 noch keinen vergleichbaren Fall eines Angriffs auf Menschen.

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