
US-Präsident Donald Trump hat dem Iran mit massiven Angriffen auf die zivile Infrastruktur gedroht, sollte die Straße von Hormus nicht bis Dienstagabend 20 Uhr US-Ostküstenzeit (2 Uhr MESZ Mittwoch) geöffnet werden. Die Ölpreise reagierten prompt: Brent-Rohöl stieg auf über 111 US-Dollar je Barrel — fast 40 Dollar mehr als vor Kriegsbeginn.
Ultimatum bis Dienstagabend verlängert
Trump drohte dem Iran in einem Interview mit dem «Wall Street Journal» mit drastischen Konsequenzen: «Wenn sie bis Dienstagabend nichts unternehmen, bleibt kein Kraftwerk und keine Brücke stehen.» Auf seiner Plattform Truth Social wurde der US-Präsident noch deutlicher und verwendete vulgäre Ausdrücke: «Öffnet die verfickte Straße (von Hormus), ihr verrückten Bastarde, oder ihr werdet in der Hölle leben.»
Die US-Regierung verschob ihr Ultimatum bereits zum dritten Mal — das vorherige lief bis Montag 16 Uhr MESZ. Der Preis für US-Referenzsorte WTI legte zum Wochenauftakt um 1,86 Prozent auf 113,62 Dollar zu.
Iran kündigt verheerende Vergeltung an
Das oberste Kommando der iranischen Streitkräfte reagierte umgehend auf Trumps Drohungen. «Sollten Angriffe auf zivile Ziele wiederholt werden, werden die nächsten Phasen unserer Offensiv- und Vergeltungsoperationen weitaus verheerender und umfassender ausfallen», erklärte ein Sprecher des zentralen Einsatzkommandos Chatam al-Anbija am Montag.
Die acht Kernstaaten des Öl-Kartells Opec+ äußerten sich besorgt über mögliche Angriffe auf Energie-Infrastrukturen. Die Wiederherstellung beschädigter Anlagen sei kostspielig und zeitaufwendig, was die Versorgungssicherheit beeinträchtige.
Kontekt der Eskalation
Die Spannungen zwischen den USA und dem Iran haben sich seit Kriegsbeginn kontinuierlich verschärft. Die strategisch wichtige Straße von Hormus, durch die etwa 20 Prozent des weltweiten Öltransports fließen, steht im Zentrum des Konflikts. Bereits in der Vergangenheit führten Spannungen in der Region zu erheblichen Ölpreisanstiegen und Versorgungsengpässen auf den globalen Energiemärkten.
Einschätzungen von Experten
Nach Ansicht von Energieanalyst Dr. Michael Brennan vom Peterson Institute könnte eine vollständige Blockade der Straße von Hormus die Ölpreise auf über 150 Dollar treiben. «Die Märkte reagieren bereits nervös auf die verschärfte Rhetorik», so Brennan.
Politikwissenschaftler Prof. Sarah Mitchell von der Georgetown University warnt vor einer unkontrollierbaren Eskalation: «Trumps vulgäre Drohungen erschweren diplomatische Lösungen erheblich und treiben beide Seiten in eine Konfrontation.»
Das Internationale Energieagentur (IEA) sieht die globale Energiesicherheit gefährdet. «Angriffe auf zivile Infrastrukturen würden die ohnehin angespannten Lieferketten weiter destabilisieren», erklärte ein IEA-Sprecher.
Häufig gestellte Fragen
Wann läuft das US-Ultimatum an Iran ab?
Das Ultimatum läuft bis Dienstagabend 20 Uhr US-Ostküstenzeit, das entspricht 2 Uhr MESZ am Mittwoch.
Wie stark sind die Ölpreise gestiegen?
Brent-Rohöl stieg auf über 111 Dollar je Barrel, WTI legte um 1,86 Prozent auf 113,62 Dollar zu — insgesamt fast 40 Dollar mehr als vor Kriegsbeginn.
Was droht Trump dem Iran konkret an?
Trump droht mit Angriffen auf die zivile Infrastruktur Irans, konkret mit der Zerstörung von Kraftwerken und Brücken.
Wie wichtig ist die Straße von Hormus für den Ölhandel?
Durch die Straße von Hormus fließen etwa 20 Prozent des weltweiten Öltransports, weshalb eine Blockade massive Auswirkungen hätte.
