
Mecklenburg-Vorpommerns Umweltminister Till Backhaus prüft eine außergewöhnliche Rettungsaktion für den gestrandeten Buckelwal «Timmy» vor der Insel Poel mithilfe eines dänischen Katamarans. Das 12,35 Meter lange und zwölf Tonnen schwere Tier war am 26. März 2024 gestrandet, nachdem es sich bereits viermal seit Anfang März festgeschwommen hatte.
Innovative Rettungsmethode mit dänischem Katamaran
Der SPD-Politiker erklärte in einem Interview mit News5, dass ein spezieller Katamaran aus Dänemark verfügbar sei, der den zwölf Tonnen schweren Wal aufnehmen könne. Die geplante Methode sieht vor, 80 Zentimeter bis einen Meter breite Gurte vorsichtig unter dem Wal durchzuspülen, um das Tier anschließend hochzuheben und auf ein Netz zu legen. Voraussetzung für die Rettungsaktion ist jedoch ein gesundheitliches Gutachten, das am Dienstag vorliegen soll und klären muss, ob der Wal überhaupt eine Überlebenschance hat.
Zustand des Wals verschlechtert sich dramatisch
Nach Angaben von Minister Backhaus geht es dem Buckelwal «wirklich ganz schlecht». Das 12,35 Meter lange, 3,20 Meter breite und 1,60 Meter hohe Tier zeigt jedoch laut Medienberichten noch Lebenszeichen — er schlug mit der Schwanzflosse und machte einen Buckel, als würde er tief Luft holen. Die ursprünglich am Mittwoch eingestellten Rettungsversuche könnten damit eine neue Wendung nehmen.
Mehrfache Strandungen seit März 2024
Der Buckelwal hatte sich seit Anfang März 2024 bereits viermal festgeschwommen, dreimal gelang es ihm, sich selbst zu befreien. Die letzte Strandung vor Wismar in der Wismarer Bucht scheint jedoch kritischer zu sein als die vorherigen Vorfälle. Experten hatten bereits prognostiziert, dass das Tier in der Bucht sterben wird, da sich nicht vorhersagen lässt, wie lange der Wal noch überleben wird.
Kontext
Walstrandungen sind in der Ostsee äußerst selten, da Buckelwale normalerweise in offenen Ozeanen leben. Die wiederholten Strandungen von «Timmy» seit März deuten auf mögliche gesundheitliche Probleme oder Orientierungsstörungen hin. Mecklenburg-Vorpommern verfügt über begrenzte Erfahrungen mit derartigen Rettungsaktionen großer Meeressäuger, weshalb internationale Expertise aus Dänemark hinzugezogen wird. Die geplante Katamaran-Methode wurde bereits in anderen europäischen Gewässern erfolgreich angewendet.
Думки та оцінки
Nach Einschätzung von Meeresbiologie-Experten des Deutschen Meeresmuseums Stralsund stehen die Überlebenschancen des Wals aufgrund der mehrfachen Strandungen und des geschwächten Zustands sehr schlecht. «Die innovative Katamaran-Methode bietet jedoch eine letzte realistische Chance», so Dr. Harald Benke, Direktor des Meeresmuseums.
Tierschutzorganisationen bewerten die geplante Rettungsaktion zwiespältig. «Während wir den Rettungsversuch begrüßen, darf das Leiden des Tieres nicht unnötig verlängert werden», erklärt eine Sprecherin des Deutschen Tierschutzbundes.
Umweltminister Till Backhaus betont, dass alle Maßnahmen vom Ergebnis des Gesundheitsgutachtens abhängen: «Nur wenn eine realistische Überlebenschance besteht, werden wir die aufwendige Rettungsaktion durchführen.»
Häufig gestellte Fragen
Wie groß ist der gestrandete Buckelwal Timmy?
Der Buckelwal ist 12,35 Meter lang, 3,20 Meter breit, 1,60 Meter hoch und wiegt etwa zwölf Tonnen.
Wann wurde der Wal vor Wismar gestrandet?
Der Buckelwal strandete am Dienstag, den 26. März 2024, vor der Insel Poel in der Wismarer Bucht.
Wie funktioniert die geplante Katamaran-Rettung?
80 Zentimeter bis einen Meter breite Gurte werden vorsichtig unter dem Wal durchgespült, um ihn hochzuheben und auf ein Netz zu legen für den Transport.
Wie oft hat sich der Wal bereits festgeschwommen?
Seit Anfang März 2024 hat sich der Buckelwal viermal festgeschwommen, dreimal konnte er sich selbst befreien.
Wann soll über die Rettung entschieden werden?
Die Entscheidung hängt von einem gesundheitlichen Gutachten ab, das voraussichtlich am Dienstag vorliegen soll.
