
Zwei Männer haben am Osterwochenende bei einer Ostereiersuche in Vaihingen an der Enz ein Fläschchen mit der Aufschrift «Polonium 210» entdeckt, was einen Großeinsatz von mehr als 130 Einsatzkräften auslöste. Das verdächtige Behältnis wurde am Ortsrand der Stadt in einem Garten gefunden und vom Umweltministerium zur weiteren Untersuchung übernommen.
Großeinsatz in Vaihingen an der Enz
Der Fund des mysteriösen Fläschchens mobilisierte sofort die Behörden: Über 130 Einsatzkräfte von Feuerwehr und Polizei rückten an, darunter Spezialisten für Strahlenschutz und Gefahrgut. Das Gebiet um den Fundort wurde vorübergehend abgesperrt, später jedoch wieder freigegeben. Erste Messungen vor Ort ergaben keine Hinweise auf Radioaktivität, was gegen die tatsächliche Anwesenheit von Polonium spricht.
Authentisch wirkendes Behältnis gibt Rätsel auf
Der zuständige Kreisbrandmeister erklärte, das Behältnis wirke authentisch und sei professionell beschriftet. Zudem spreche das vergleichsweise hohe Gewicht des Fläschchens dafür, dass es sich um den angegebenen Stoff handeln könnte. Das Umweltministerium hat den Behälter inzwischen übernommen und wird den Inhalt untersuchen. Die beiden Finder blieben unverletzt.
Ermittlungen zu gefährlichem Stoff laufen
Die Ermittlungen hat das Polizeipräsidium Ludwigsburg übernommen. Polonium 210 gilt als hochgiftiges, radioaktives Element, das besonders gefährlich ist, wenn es in den Körper gelangt. Der Stoff erlangte internationale Bekanntheit durch den Fall des russischen Ex-Geheimdienstoffiziers Alexander Litwinenko, der 2006 in London an den Folgen einer Vergiftung mit Polonium 210 starb.
Kontekst
Funde verdächtiger Substanzen sorgen regelmäßig für Großeinsätze der Behörden in Deutschland. Erst kürzlich ermittelten Behörden in Sachsen gegen einen 16-Jährigen wegen mutmaßlicher Rizin-Herstellung, und in Osterwieck wurde hochgiftiges Arsen aus einem Firmengebäude freigesetzt. Die Behörden reagieren bei solchen Verdachtsfällen grundsätzlich mit maximaler Vorsicht, da bereits kleinste Mengen radioaktiver oder giftiger Substanzen lebensgefährlich sein können.
Einschätzungen und Bewertungen
Nach Ansicht von Strahlenschutzexperten sprechen die fehlenden Radioaktivitätsmessungen klar gegen echtes Polonium 210. «Bei einem authentischen Polonium-210-Präparat würden unsere Messgeräte sofort anschlagen», erklärt ein Spezialist für Strahlenschutz. Sicherheitsexperten betonen dennoch die Wichtigkeit des Großeinsatzes: «Bei Verdacht auf radioaktive Substanzen können wir kein Risiko eingehen, auch wenn sich der Fund später als harmlos erweist.»
Häufig gestellte Fragen
Was ist Polonium 210 und wie gefährlich ist es?
Polonium 210 ist ein hochgiftiges, radioaktives Element, das besonders gefährlich wird, wenn es in den Körper gelangt. Es wurde international bekannt durch die Vergiftung des russischen Ex-Geheimdienstoffiziers Alexander Litwinenko 2006 in London.
Wie viele Einsatzkräfte waren in Vaihingen an der Enz im Einsatz?
Mehr als 130 Einsatzkräfte von Feuerwehr und Polizei rückten an, darunter Spezialisten für Strahlenschutz und Gefahrgut. Das Gebiet um den Fundort wurde vorübergehend abgesperrt.
Ergaben die Messungen vor Ort Radioaktivität?
Nein, die ersten Messungen vor Ort ergaben keine Hinweise auf Radioaktivität, was gegen die tatsächliche Anwesenheit von Polonium spricht. Das Umweltministerium untersucht den Inhalt des Fläschchens.
Wer ermittelt in dem Fall des Polonium-Funds?
Die Ermittlungen hat das Polizeipräsidium Ludwigsburg übernommen. Das Umweltministerium Baden-Württemberg untersucht parallel den Inhalt des gefundenen Behälters.
