
Die Moderatorin und Schauspielerin Collien Fernandes hat in der ARD-Sendung Caren Miosga am 19. Januar 2025 auf Gesetzeslücken beim Schutz vor digitaler sexualisierter Gewalt hingewiesen. Sie bezeichnete Deutschland als «Täterparadies» und forderte härtere Strafen sowie bessere Schulungen für Beamte.
Aktuelle Gesetzeslage und ihre Schwächen
Fernandes kritisierte, dass die Verbreitung heimlich gemachter intimer Aufnahmen und Deepfakes nicht ausreichend geahndet wird. Ihr eigener Fall werde auch in der geplanten Gesetzesnachschärfung nicht erfasst, da es sich weder um klassische Deepfakes noch um heimlich aufgenommene Bilder handele. Die aktuellen Gesetzespläne umfassen nicht die Verbreitung realer Aufnahmen auf Social-Media-Profilen anderer Personen.
Forderungen nach Reformen
Bei häuslicher Gewalt haben Betroffene in Deutschland nur 3 Monate Zeit für eine Anzeige, da diese juristisch als Körperverletzung eingestuft wird. Fernandes forderte eine Verlängerung dieser Frist. Bundesjustizministerin Stefanie Hubig (SPD) kündigte an, die Strafbarkeit von Deepfake-Inhalten in ihrem Gesetzesentwurf noch ausweiten zu wollen.
Internationale Vorbilder und weitere Maßnahmen
Fernandes verwies auf die Gesetzgebung in Spanien, wo in verschiedenen Programmen vermittelt wird, dass strafrechtlich relevante Gewalt nicht mehr als Privatangelegenheit betrachtet werden kann. Sie forderte zudem Schulungen für Menschen, die Anzeigen entgegennehmen, sowie mehr Aufklärung in Schulen.
Häufig gestellte Fragen
Was sind Deepfakes im Kontext digitaler Gewalt?
Deepfakes sind mithilfe künstlicher Intelligenz erstellte intime Aufnahmen, die ohne Einverständnis der betroffenen Person verbreitet werden.
Wie lange haben Opfer häuslicher Gewalt Zeit für eine Anzeige?
In Deutschland haben Betroffene nur 3 Monate Zeit, häusliche Gewalt anzuzeigen, da sie juristisch als Körperverletzung eingestuft wird.
Was fordert Fernandes gegen digitale Gewalt?
Fernandes fordert härtere Strafen, bessere Schulungen für Beamte, längere Anzeigenfristen und mehr Aufklärung in Schulen.
Welche Gesetzeslücken kritisiert Fernandes?
Sie kritisiert, dass die Verbreitung realer intimer Aufnahmen auf fremden Social-Media-Profilen nicht von den geplanten Gesetzen erfasst wird.
