
Münchner Kardinal Reinhard Marx hat am Ostersonntag 2024 den US-Verteidigungsminister Pete Hegseth wegen dessen religiöser Kriegsrechtfertigung scharf angegriffen. Marx bezeichnete Hegseths Gebete für militärische Erfolge als “schamlose Gotteslästerung” und kritisierte den Missbrauch religiöser Sprache zur Legitimierung von Gewalt.
Scharfe Kritik an religiöser Kriegsrechtfertigung
In seiner Osterpredigt in München verurteilte Marx insbesondere Äußerungen von Pete Hegseth, der sich selbst als “Kriegsminister” bezeichnet. Es sei eine “schamlose Gotteslästerung”, wenn dafür gebetet werde, dass im Kontext eines Krieges gegen den Iran jede Kugel ihr Ziel treffe. Der Kardinal betonte, dass Religion niemals instrumentalisiert werden dürfe, um Gewalt zu legitimieren.
Auch russischer Patriarch in der Kritik
Marx richtete seine Kritik nicht nur gegen US-amerikanische Politiker, sondern auch gegen den Moskauer Patriarchen Kirill I. Die Bezeichnung des russischen Angriffskriegs gegen die Ukraine als “heiliger Krieg” durch den orthodoxen Kirchenführer kritisierte der deutsche Kardinal ebenso deutlich. Religiöse Überzeugungen dürften niemals zur Rechtfertigung von Krieg missbraucht werden.
Papst und evangelische Kirche mahnen zu Frieden
Papst Leo XIV. betonte zeitgleich in seiner Osterpredigt auf dem Petersplatz in Rom die Auferstehung als Grundlage christlicher Hoffnung. Er rief die Gläubigen dazu auf, sich aktiv für Frieden einzusetzen und sich von Gewalt nicht lähmen zu lassen. Auch Kirsten Fehrs, Ratsvorsitzende der evangelischen Kirche in Deutschland, bezeichnete die Auferstehung Jesu als “eine der machtvollsten Hoffnungsgeschichten”.
Kontekst
Die Kritik von Kardinal Marx erfolgt vor dem Hintergrund zunehmender Instrumentalisierung religiöser Rhetorik in aktuellen Konflikten. Sowohl im Ukraine-Krieg als auch in den Spannungen zwischen den USA und Iran werden religiöse Argumente zur Rechtfertigung militärischer Aktionen herangezogen. Die katholische Kirche positioniert sich traditionell gegen die Vermischung von Religion und Kriegsführung, besonders seit dem Zweiten Vatikanischen Konzil in den 1960er Jahren.
Думки та оцінки
Auf Meinung von Professor Thomas Schirrmacher, Religionsfreiheitsbeauftragter der Deutschen Evangelischen Allianz, stellt Marx’ Kritik eine wichtige Klarstellung dar: “Religiöse Sprache darf nicht zur Legitimation von Gewalt missbraucht werden.”
Der Theologe Hubert Wolf von der Universität Münster bewertet Marx’ Aussagen als konsequent: “Die katholische Friedenslehre verbietet eindeutig die Instrumentalisierung des Glaubens für militärische Zwecke.”
Nach Ansicht der Deutschen Bischofskonferenz entspricht Marx’ Position der offiziellen kirchlichen Lehre, die Krieg nur als letztes Mittel der Selbstverteidigung akzeptiert.
Häufig gestellte Fragen
Was hat Kardinal Marx über Pete Hegseth gesagt?
Marx bezeichnete Hegseths Gebete für militärische Erfolge als “schamlose Gotteslästerung” und kritisierte den Missbrauch religiöser Sprache zur Kriegsrechtfertigung.
Wen kritisierte Marx noch außer Hegseth?
Marx kritisierte auch den Moskauer Patriarchen Kirill I., der den russischen Angriffskrieg gegen die Ukraine als “heiligen Krieg” bezeichnet hatte.
Wann hielt Marx diese kritische Predigt?
Marx äußerte seine Kritik in seiner Predigt am Ostersonntag 2024 in München.
Wie positioniert sich die katholische Kirche zu Krieg?
Die katholische Kirche lehnt die Instrumentalisierung von Religion zur Kriegsrechtfertigung ab und akzeptiert Krieg nur als letztes Mittel der Selbstverteidigung.
